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„Die Journalistik, überhaupt, ist die treuherzige und unverfängliche Kunst, das Volk von dem zu unterrichten, was in der Welt vorfällt.“Im 19. Jahrhundert, als der Dramatiker und zeitweilige Zeitungsherausgeber Heinrich von Kleist (1777–1811) 1810 diesen Definitionsversuch publizierte (vgl. Kleist 1979), bedeutete „Journalistik“nichts anderes als „Journalismus“. Der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844–1900) setzte beide Begriffe ebenfalls gleich: Höhnisch, aber durchaus nicht falsch, übersetzte er den aus dem Französischen stammenden Terminus als „Tagelöhnerei“(zit. n. Weischenberg 1992: 13). Erst Richard Wrede, der 1899 in Berlin eine private Journalistenschule gründete und wenige Jahre später ein „Handbuch der Journalistik“(Wrede 1902) herausgab, benutzte den Begriff im heutigen Sinn — als Bezeichnung für die wissenschaftlich-reflektierende Auseinandersetzung mit dem Berufsund Arbeitsfeld Journalismus.
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