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In den vergangenen Jahren verbreitete sich einmal mehr erhebliche Skepsis in der entwicklungspolitischen Diskussion. Nationale und internationale Entwicklungsagenturen sowie private und öffentliche Hilfsorganisationen stellten eine deutliche Diskrepanz zwischen selbstdefinierten Entwicklungszielen und tatsächlich erreichten Ergebnissen fest. Gegenwärtig reichen die praxisbezogenen Plädoyers von einem Abbruch der sogenannten „tödlichen Hilfe“ bis hin zu einer erneuten Differenzierung des entwicklungspolitischen Instrumentariums. Daß das erstgenannte Plädoyer von Einzelpersonen stammt und das zweite von privaten oder öffentlichen Organisationen mit entwicklungspolitischem Auftrag, dürfte kaum überraschen: Nach zwanzig- bis vierzigjähriger Existenz haben Entwicklungsagenturen ein eigenes bürokratisches Gewicht gewonnen; sie werden wie in der Vergangenheit so auch in Zukunft bei der Re- und Neuformulierung von „entwicklungspolitischen Strategien“ erfinderisch sein. Dabei ist der „symbolische Gebrauch von Politik“ ganz besonders unübersehbar: Die Entwicklungsplanung kann den kurzlebigen entwicklungspolitischen Moden kaum noch folgen. So erhöht sich das allgemeine Unbehagen an einem lebenswichtigen Politikfeld. Allerdings wurde dadurch die individuelle Bereitschaft zur Katastrophenhilfe bisher nicht geschmälert. Vor dem genannten Hintergrund ist dies ein durchaus bemerkenswerter Sachverhalt.
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