No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Dass sich Strauss in seiner ersten Tondichtung — dem Werk, das »einen ganz neuen Weg« in seinem Schaffen ankündigte, wie er im Januar 1888 gegenüber seinem Onkel Carl Hörburger bemerkte — mit einem Shakespeare-Stoff auseinandersetzte, war kaum überraschend (Schuh 1976, 148). Hamlet (1861) entstand als vorletzte der Symphonischen Dichtungen Liszts, und Berlioz’ erstes nach seiner Symphonie fantastique (1830) geschriebenes Werk war seine »Grande Ouverture« über Le roi Lear (1831). Zudem entsprach die Auswahl des literarischen Stoffes aus dem Werk eines Giganten der Weltliteratur und mit einem tragischen, zum Untergang verdammten Protagonisten der Empfehlung Wagners, die dieser in seinem Schlüsseltext »Über Franz Liszt’s Symphonische Dichtungen« (1857) formuliert hatte. Laut Wagner sollte Programmmusik der höchsten Qualität (also aus der Feder Liszts) ein Thema größter menschlicher Bedeutung behandeln, das sich ohne weiteres zu »durchaus konkreter idealer Form« destillieren ließ. Das Schauspiel Macbeth musste daher einem Komponisten, der sich als legitimer Erbe der neudeutschen Tradition darstellen wollte, als attraktive Wahl erscheinen.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 66 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.