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Wissenschaftliche Arbeit wird überwiegend von äußerst unterschiedlichen Gruppen von Akteuren betrieben -Forschern aus verschiedenen Disziplinen, Amateuren und Professionellen, Menschen und Tieren, Funktionären und Visionären.Vereinfacht gesagt ist wissenschaftliche Arbeit heterogen.Zugleich erfordert Wissenschaft Kooperation -um gemeinsame Übereinkünfte zu erzielen, für Verlässlichkeit auf allen Gebieten zu sorgen und Informationen zu sammeln, die zeit-und raumübergreifend und in allen lokalen Eventualitäten ihre Integrität bewahren.Dies führt zu einer zentralen Spannung in der Wissenschaft, die zwischen unterschiedlichen Perspektiven und dem Bedarf an verallgemeinerbaren Befunden entsteht.In diesem Aufsatz untersuchen wir anhand des Fallbeispiels eines naturkundlichen Forschungsmuseums, wie Heterogenität und Kooperation zu zentralen Anliegen aller Beteiligten werden.Wir entwickeln ein analytisches System für die Interpretation unseres historischen Materials, ein System, das sich bei allen Untersuchungen anwenden lässt, die sich auf ähnliche Weise mit wissenschaftlicher Arbeit in komplexen institutionellen Milieus befassen.Und so wollen wir vorgehen: Zuerst betrachten wir die Verzweigungen der Heterogenität wissenschaftlicher Arbeit und den Bedarf an Kooperation unter den Beteiligten aufgrund der Beschaffenheit von Übersetzungen zwischen sozialen Welten.Wir schlagen Modifikationen des Modells des interessement von Latour, Callon und Law vor.So befürworten wir eine stärker ökologisch ausgerichtete Vorgehensweise und entwickeln das Konzept der Grenzobjekte, um das Fallbeispiel eines naturkundlichen Forschungsmuseums zu analysieren.Wir setzen uns mit der Geschichte des Museum of Vertebrate Zoology an der University of California in Berkeley auseinander und beschreiben seine Konzeptionen von Beteiligten aus mehreren unterschiedlichen sozialen Welten -Fachwissenschaftlern, Amateurnaturforschern, Arbeitskräften und Verwaltungsmitarbeitern. Unsere Auseinandersetzung mit dieser Thematik soll in diesem Stadium eher als anregend denn als abschließend verstanden werden, wobei wir eine Vorgehensweise bei Fallstudien skizzieren sowie eine Teilanalyse des konkreten Fallbeispiels erstellen wollen.Abschließend befassen wir uns mit Grenzobjekten und dem damit verbundenen Anliegen der Standardisierung von Methoden.das ProblEM dEr gEMEinsaMEn rEPräsEntation in sich übErschnEidEndEn vErschiEdEnEn sozialEn wEltEn Alltagsmythen zufolge entspringt wissenschaftliches Kooperieren einem naturgemäßen Konsens.Doch wenn wir die tatsächliche Arbeitsorganisation wissenschaftlicher Unternehmungen untersuchen, stoßen wir auf keinen derartigen Konsens.Vielmehr stellen wir fest, dass wissenschaftliche Arbeit weder ihre innere Vielfalt verliert, noch von einem Mangel an Konsens aufgehalten wird.Konsens ist sowohl für Kooperation wie für das erfolgreiche Erledigen von Arbeit nicht erforderlich.Dieser grundlegende soziologische Befund gilt für die Wissenschaft nicht weniger als für jede andere Art von Arbeit. 1 Allerdings stehen wissenschaftliche Akteure vor vielen Problemen, wenn sie versuchen, die Integrität von Informationen angesichts solcher Vielfalt zu gewährleisten.Eine Möglichkeit, diesen Prozess zu beschreiben, besteht darin zu sagen, dass die Akteure, die wissenschaftliche Probleme zu lösen versuchen, aus verschiedenen sozialen Welten stammen und einen wechselseitigen modus operandi etablieren. 2 So wendet sich beispielsweise ein für Stipendien und Verträge zuständiger Verwaltungsmitarbeiter einer Universität an ein anderes Publikum und geht anderen Aufgaben nach als ein Amateurnaturforscher, der Tierexemplare für ein Naturkundemuseum sammelt.Wenn sich die Welten dieser Akteure überschneiden, tritt eine Schwierigkeit auf.Die Bildung neuen wissenschaftlichen Wissens beruht ebenso auf Kommunikation wie auf dem Erstellen neuer Befunde.Aber weil diese neuen Objekte und Methoden in unterschiedlichen Welten eine jeweils andere Bedeutung haben, stehen die Akteure vor der Aufgabe, diese Bedeutungen in Übereinstimmung zu bringen, wenn sie miteinander kooperieren wollen.Diese Abstimmung verlangt von allen Seiten hohes Engagement.Wissenschaftler und andere Akteure, die Beiträge zur Wissenschaft leisten, übersetzen, verhandeln, debattieren, vermessen und vereinfachen, wenn sie zusammenarbeiten wollen.Das Problem der Übersetzung, das Latour, Callon und Law dargestellt haben, ist von zentraler Bedeutung für die Art von Abstimmung, die in diesem Aufsatz beschrieben wird.3 Um für wissenschaftliche Autorität zu sorgen, verpflichten Unternehmer nach und nach Beteiligte (oder »Verbündete«, wie es Latour formuliert) aus einer Reihe von Orten, interpretieren deren Anliegen um, damit sie zu ihren eigenen programmatischen Zielen passen, und ernennen sich dann selbst zu Gatekeepern (zu »obligatorischen Passagepunkten«, wie Law dies nennt).4 Diese 1 | In der allgemeinen Sozialwissenschaft lässt sich dieser Befund am deutlichsten in den Untersuchungen von Arbeitsplätzen durch Soziologen der Chicagoer Schule feststellen.Siehe z.B. E. C. Hughes:
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