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Mit der ebenso provokanten wie polemischen Frage »Wozu noch Biographien?« schien 1975 ein gordischer Knoten endgültig durchschlagen worden zu sein, der die ebenso enge wie konfliktreiche Verwobenheit von Biographie und Musikgeschichtsschreibung seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert verbunden hatte. Dass dieser Schlag von Carl Dahlhaus, einer der zentralen Persönlichkeiten der deutschen Musikwissenschaft im 20. Jahrhundert, ausgeführt worden war, brachte die Diskussion über die Biographie als Bestandteil der Musikwissenschaft für mehrere Jahrzehnte gleichsam zum Erliegen. Erst in jüngerer Zeit, u. a. angeregt durch die Biographik-Forschung benachbarter Disziplinen, wird die musikwissenschaftliche Reflexion über biographisches Arbeiten wieder aufgenommen, nicht zuletzt eingedenk der Tatsache, dass biographisches Schreiben untrennbar mit der Geschichte der Musikwissenschaft verbunden und damit für das fachliche Selbstverständnis — und sei es ex negativo — von großer Bedeutung war.
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