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Eine einfache Antwort auf die Titelfrage ist nur unter der kontrafaktischen Annahme möglich, dass die kollektiven Rechte der Arbeitnehmer zur Disposition stünden, dass sie, mit anderen Worten, ohne Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft zurückgenommen werden könnten. Neoliberale Positionen und marktradikale Kommentare, wie sie uns etwa der Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung repetitiv zumutet, beruhen nicht selten auf dieser schlichten Annahme. Aus ihrer Sicht hemmen Gewerkschaften, Kollektivverträge und „Bündnisse für Arbeit” die Marktprozesse, und damit — so wird unterstellt — blockieren sie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamik. Um diese wiederzugewinnen, brauchten wir uns nur an die Amerikaner und Briten zu halten; sie hätten uns vorgemacht, wie man sich die kollektiven Mächte und korporatistischen Interessenbündnisse in Wirtschaft und Arbeitswelt vom Halse schafft. Was die Neoliberalen indessen nicht bedenken, ist, dass mit deren Beseitigung historisch stillgestellte Konfliktpotentiale erneut aufbrechen und andersartige gesellschaftliche Blockaden an ihre Stelle treten könnten.
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