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Die Geschichte der Parteien in der Bundesrepublik Deutschland bis zur deutschen Einheit im Jahre 1990 war die Geschichte ihrer Konkurrenz. Konkurrenz schloß aber Kooperation nicht aus — anders als häufig in der früheren deutschen Parteiengeschichte. Eine Repräsentativdemokratie wie die der Bundesrepublik steht und fällt mit der Funktionsfähigkeit von Parteien, die Interessen in der Bevölkerung artikulieren und bündeln. »Parteienstaat — oder was sonst?« — so lautete die rhetorisch gemeinte Titelfrage in einem berühmten Aufsatz von Wilhelm Grewe Anfang der fünfziger Jahre1. Der früher in Deutschland notorisch verbreitete Antiparteienaffekt ist nach 1945 einer Akzeptierung der Parteien gewichen, was nicht heißt, deren Schwächen einfach hinzunehmen oder herunterzuspielen.
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