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In den zahlreichen Studien und Würdigungen zu Wolfgang Abendroths wissenschaftlichem und politischem Wirken in der Bundesrepublik Deutschland wird selten die Frage nach den subjektiven und den objektiven Voraussetzungen vertieft, unter denen er seine Rolle als Intellektueller, d. h. als politisch intervenierender Wissenschaftlers, erwarb und ausübte. Die weitgehende Fixierung auf die organisations- und ereignisgeschichtlichen Rahmenbedingungen von Abendroths öffentlichem Denken und Handeln ist einerseits auf den noch immer unvollständigen Kenntnisstand seines Lebens und Werkes zurückzuführen (den zu verbessern die vorliegenden bio- und bibliographischen Studien dienen sollen). Andererseits befindet sich aber auch die wissenschaftliche Diskussion über die Intellektuellen-Funktion und über die kollektiven mentalen Auswirkungen des Kalten Krieges in Deutschland noch in den Anfängen.2 Dieser Stand der Dinge macht den Versuch, Wolfgang Abendroths Stellung als marxistischen Intellektuellen im Kalten Krieg nachzuzeichnen, gleichermaßen schwierig und sinnvoll. Der Versuch wäre schon dann lohnend, wenn es gelänge, hier die wesentlichen Fragen zu stellen.
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