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Zusammenfassung: Adolf Otto Jäger prägte die Entwicklung der Psychologie in Deutschland ab Mitte der 1950er Jahre in mehreren Teilgebieten. Ausgehend von der Personalauslese in der Praxis, erschloss er sich dieses Handlungsfeld auch früh für die Forschung. Als leitender Psychologe der Deutschen Gesellschaft für Personalwesen (DGP) gelang es ihm, Verfahren zur Eignungsdiagnostik wissenschaftlich zu fundieren und einen wechselseitigen Transfer zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxis anzuregen. Besonders bekannt ist bis heute sein Berliner Intelligenzstruktur-Modell, das Resultat langjähriger umfassender Analysen zur Struktur der Intelligenz. Zuvor hatte er sich im Rahmen seiner Promotion mit Gedächtnisleistungen befasst. Über Jägers Leben ist bislang wenig berichtet worden. Als Sohn eines Pfarrers in Hessen geboren, wurde er Mitglied in der Hitlerjugend und an seinem 18. Geburtstag in der NSDAP. Nach dem Abitur wurde er 1940 beim Frankreichfeldzug schwer verwundet. 1943 – 45 diente er als HJ-Stammführer in einer Gauführerschule. Erst 1950 konnte er sein 1941 begonnenes Psychologiestudium fortführen. Seine Karriere führte ihn über die DGP und die Universität Gießen schließlich an die FU Berlin, wo er noch nach seiner Pensionierung an Publikationen mitwirkte. Jägers Privatleben war von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet. Er starb 2002 in Berlin. Die letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Dahlem.
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