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In den 60er Jahren galt Hamburg als die reichste Stadt Europas. Getragen von einer scheinbar ‚immerwährenden Prosperität‘ schien, so der damalige Bürgermeister Weichmann (1969: 4), die „Verwirklichung eines gesellschaftlichen Zustandes mit einem komfortablen Lebensstandard für jedermann“ in greifbare Nähe zu rücken. Dieser Hoffnung setzte der Mitte der 70er Jahre einsetzende Formationswandel vom ‚Fordismus zum Postfordismus‘ (vgl. u.a. Hirsch & Roth 1986) ein jähes Ende. Hamburg geriet in eine ökonomische Krise, die bis Ende der 80er Jahre andauerte. Erst im Zuge der Erweiterung der EU um die skandinavischen Länder, der Schaffung des europäischen Binnenmarktes und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten änderte sich Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre diese Entwicklung. Die Stadt rückte geographisch vom Rand stärker ins Zentrum Europas und galt sowohl in den Medien als auch im Selbstverständnis der städtischen Politik Ende der 80er Jahre als ‚Boomtown‘. Heute bietet Hamburg — wie viele andere Metropolen — ein widersprüchliches Bild: Auf der einen Seite scheint der industrielle Strukturwandel bewältigt werden zu können, auf der anderen Seite beginnt der Strukturwandel des in Hamburg traditionell starken tertiären Sektors gerade erst.
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