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Lesbenforschung bezeichnet den Korpus kritischen Wissens über Lesben, lesbische Lebensformen und Geschichte aus einer Vielzahl disziplinärer Perspektiven. Schwerpunkte der Forschung liegen in den Sozial- und Erziehungswissenschaften, der kritischen Sexualwissenschaft und der Psychologie sowie der Geschichte und den Literaturwissenschaften. Lesbenforschung entstand ab Anfang der 1970er Jahre meist außerhalb der Hochschulen im Kontext selbstorganisierter politischtheoretischer Zusammenhänge wie feministischen und lesbischen Archiven (z.B. das Archiv „Spinnboden. Archiv zur Entdeckung und Bewahrung von Frauenliebe“, Berlin) und Zeitschriften (z.B. die zwischen 1990 und 2004 erscheinende „IHRSINN – eine radikalfeministische Lesbenzeitschrift“, Bochum) ohne nennenswerte institutionelle oder finanzielle Absicherung. Die Mehrzahl der Studien wurde zunächst als Examensarbeit oder Dissertation angefertigt, ohne dass Lesbenforschung ein anerkannter Forschungs- und Lehrzweig an deutschsprachigen Hochschulen geworden wäre. Auch in den seit Mitte der 1990er Jahre entstehenden Studiengängen für Geschlechterforschung bzw. Gender Studies finden sich nur gelegentlich Lehrveranstaltungen zu Themen der Lesbenforschung. Ein Forum für die Präsentation neuer Forschungen sowie für inhaltlichen und professionellen Austausch bieten die autonom organisierten „Symposien deutschsprachiger Lesbenforschung“, die seit 1991 an wechselnden Orten stattfinden (Berlin 1991, Zürich 1993, Hamburg 1995, Berlin 1998, Bielefeld 2000).
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