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Kinder und Jugendliche finden auch in einem Sozial- und Wohlfahrtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland sehr unterschiedliche Lebensbedingungen und Entwicklungschancen vor. Allgemeine Zuwächse an Bildung, Einkommen, Vermögen, Wohnqualität und sozialer Absicherung haben entgegen früherer Erwartungen keineswegs zu einer Angleichung der Lebensverhältnisse geführt. Die Verteilung dieser Güter und Ressourcen scheint vielmehr einer Logik zu folgen, aus der eine stärkere gesellschaftliche Segmentierung und Polarisierung resultiert. Akzentuierend wirken die Zunahme von prekärer Arbeitsmarktanbindung und Arbeitslosigkeit, die Zuwanderung aus ökonomisch benachteiligten Ländern, die gesellschaftlichen Transformationsprozesse nach der Wiedervereinigung Deutschlands sowie nicht zuletzt die demographische Alterung und die aktuellen Reformen der sozialstaatlichen Sicherungssysteme. Eine differenzierte Betrachtung der gesellschaftlichen Problemlagen und Verteilungsungleichheiten weist Kinder und Jugendliche als Hauptleidtragende dieser Entwicklung aus. Gegenwärtig leben mehr als 14 % der unter 18-Jährigen und damit ein größerer Anteil als in jeder anderen Altersgruppe in Haushalten, die als einkommensarm einzustufen sind. Die Sozialhilfequote liegt in der Gruppe der Heranwachsenden mit fast 7 % um mehr als das Doppelte über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Im alten Bundesgebiet entspricht dies einer Verdreifachung der Sozialhilfeabhängigkeit von Kindern und Jugendlichen innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte (BMA, 2001; Becker & Hauser, 2003).
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