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Die Ausbreitung hierarchisch strukturierter, auf privatem Eigentum beruhender Unternehmen zählt zu den Struktur-Innovationen moderner Gesellschaften. Insbesondere die großen Kapitalgesellschaften sind im 20. Jahrhundert zu einem allgegenwärtigen und allmächtigen Akteur avanciert. Unternehmen sind so gesehen der Zauberlehrling der Moderne, sie haben sich von ihren Schöpfern, den Individuen, weitgehend abgelöst und neue Strukturmuster und Handlungslogiken hervorgebracht: Kapitalgesellschaften, M- und U-Form, Konzerne und Holdings, Unternehmensnetzwerke, Gewinn- und Shareholder-Value-Orientierung, Ökonomie der Zeit usw. Unternehmen bestimmen heute maßgeblich die Verteilung wirtschaftlicher und sozialer Ressourcen wie Anerkennung, soziale Positionen, Macht oder Informationen und treten als Handelnde in vielen gesellschaftlichen Bereichen auf; sie gründen Stiftungen, werden als Mäzene aktiv, betreiben Lobbyismus, definieren Standards usw. Die Wurzeln des modernen Großunternehmens und seiner Grundbausteine liegen in den USA, Europa und Japan, wo die Zusammenfassung verschiedener Produkte und Produktionsstufen zu einer Organisationseinheit, deren Finanzierung, Gestaltung und Leitung fortan den Eigentümern und deren Stellvertretern obliegen sollte, Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte. Die zu dieser Zeit entstehenden großen Kapitalgesellschaften — der Standard Oil Trust und die U. S. Steel Corporation in den USA, Bayer, Hoechst oder Siemens in Deutschland sowie Nippon, Oki u. a. in Japan — brachten neue hierarchische Steuerungsformen hervor und veränderten national wie international die Wirtschaftsstrukturen (vgl. Schmitz 1993, Roy 2004, Berghoff 2004).
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