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Nach fast zwanzig Jahren Frauenforschung und Frauenbewegung in der Bundesrepublik ist zumindest eine ihrer Einsichten weithin akzeptiert: „Geschlecht“ ist (ähnlich wie „Klasse“ oder „Rasse“) ein sozialer Platzanweiser, der Frauen und Männern ihren Ort in der Gesellschaft, Status, ihre Funktionen und Lebenschancen zuweist. Diese „Verortung“ nach Geschlechtszugehörigkeit ist kein einfacher Akt unmittelbaren Zwangs, sondern ein aufwendiges und konfliktträchtiges Zusammenspiel von Zwängen und Motiven, von Gewalt und ihrer Akzeptanz, von materiellen Bedingungen, ökonomischen Nötigungen und subjektiven Bedürfnissen, von kulturellen Deutungssystemen, normativen Vorschriften, Selbstbildern und Selbstinszenierungen.
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