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ZusammenfassungDie Gesundheitspolitik ist in allen modernen Demokratien einem starken Veränderungsdruck unterworfen. Vor allem in Staaten mit beitragsfinanzierten Versicherungssystemen legitimieren die sinkenden Lohnquoten, der verstärkte Finanzierungsdruck aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Standortwettbewerbs und teilweise auch durch demographischen Wandel und technologische Entwicklungen kontinuierliche Reformbemühungen. Die daraus resultierenden Veränderungsprozesse haben jeweils auch zu Machtverschiebungen im Verhältnis zwischen Staat und Verbänden geführt. Die Änderungen der gesundheitspolitischen Interessenvermittlung betreffen sowohl die Ressourcenverteilung und Qualitätssicherung innerhalb des Gesundheitswesens, als auch die Durchsetzung von Gesundheitsreformen. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden zentralen Arenen der Gesundheitspolitik ermöglicht differenzierte Analysen zur Entwicklung des Machtverhältnisses zwischen Staat und Interessengruppen. Die Trennung der Arenen macht auch unterschiedliche Entwicklungen der Governanceformen und Machtverhältnisse in verschiedenen Ländern deutlich. Dies soll im Folgenden auf Grundlage eines Vergleichs zwischen Deutschland und Frankreich gezeigt werden. Beide Länder bieten sich für einen Vergleich an, da sie ähnliche institutionelle Strukturen im Politikfeld aufweisen, gleichzeitig aber durch starke Unterschiede im Hinblick auf die traditionellen Kompetenz- und Machtverteilungen zwischen Staat- und Verbänden geprägt sind (vgl. Lepperhoff 2004; Hassenteufel/Palier 2005).
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