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Aktuelle Veränderungen der Struktur und Organisation des sozialen Lebens haben die Analyse von Raum in den Mittelpunkt der Sozialtheorie gerückt. Raum/Zeit-Konfigurationen, die für das Zeitalter der Moderne als selbstverständlich genommen wurden, sind durch die Globalisierung des Kapitals, den Aufstieg weit reichender Fernsehsender, die Ausbreitung der Konsumkultur sowie durch Touristen, Immigranten und Flüchtlinge, die über die internationalen Grenzen strömen, ins Wanken gebracht worden. Nach Edward Soja (1989) markiert die Betonung von Räumlichkeit des sozialen und kulturellen Lebens eine bemerkenswerte Abkehr von einer modernen Sozialtheorie, die in erster Linie am gesellschaftlichen Wandel im Zeitverlauf interessiert war. Dies beschreibt Michel Foucault folgendermaßen: „Raum wurde als das Tote, Starre, Undialektische, Unveränderbare behandelt. Im Gegensatz dazu war Zeit Fülle, Fruchtbarkeit, Leben, Dialektik“ (1980: 70).
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