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Das Problem der Akkulturation betrifft sicher eine der grosen Herausforderungen unserer Zeit. Reinhard Hartel (Graz), der Organisator und Leiter der diesjahrigen Fruhjahrstagung des Konstanzer Arbeitskreises fur mittelalterliche Geschichte, betonte dies in seiner Einfuhrung und hob damit die aktuelle Bedeutung des Themas hervor, das im Mittelpunkt der vom 23. bis 26. Marz 2010 auf der Insel Reichenau veranstalteten Tagung uber „Akkulturation im Mittelalter“ stand. Ganz bewusst wurde eine breite thematische Vielfalt der Beitrage angestrebt, um verschiedene Themenfelder vergleichend in den Blick nehmen zu konnen. Dabei sollte der Fokus vorrangig auf kulturelle Aspekte gerichtet werden, um so eine neue Perspektive gegenuber thematisch ahnlich orientierten, vorhergehenden Reichenautagungen zu eroffnen (vgl. etwa Juden und Christen zur Zeit der Kreuzzuge, hg. von Alfred Haverkamp [VuF 47], Sigmaringen 1999; Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter [VuF 56], hg. von Joachim Ehlers, Stuttgart 2002; Das Reich und Polen: Parallelen, Interaktionen und Formen der Akkulturation im hohen und spaten Mittelalter [VuF 59], unter Mitwirkung von Alexander Patschovsky hg. von Thomas Wunsch, Ostfildern 2003; Fragen der politischen Integration im mittelalterlichen Europa, hg. von Werner Maleczek [VuF 63], Ostfildern 2005). Daher sollte auch nicht vorrangig der Westen Europas im Mittelpunkt stehen, wobei gleichzeitig auch eine moglichst breite geographische Streuung angestrebt wurde, die den engeren europaischen Rahmen uberschreitet. Dieser Ansatz zielte darauf ab, einige grundlegende Fragen zu Akkulturationsprozessen auf breiterer Basis an unterschiedlichen Beispielen zu behandeln: Welche Lebensbereiche wurden von Akkulturationsprozessen zuerst erfasst? Sind Widerstande oder retardierende Momente zu beobachten? Lassen sich etwa bestimmte Phanomene als anthropologische Konstanten fassen?
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