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Die Etablierung der Frauen- und Geschlechterforschung in der Musikwissenschaft ist zwei entscheidenden fachspezifischen Bedingungen unterworfen. Erstens hat die traditionelle und nach wie vor institutionell verankerte Dreiteilung des Faches in die – dominante – Historische Musikwissenschaft, die Systematische Musikwissenschaft (mit den Teilgebieten Musiksoziologie, Musikpsychologie und Musikästhetik) und die Musikethnologie zur Folge, dass die Diskurse teilweise parallel und unabhängig voneinander geführt werden, so dass der Stand der Geschlechterforschung in den Teildisziplinen kaum vergleichbar ist. Zweitens steht insbesondere die historische Musikwissenschaft in enger Beziehung zum öffentlichen Musikleben, das auf wissenschaftliche Arbeit (Recherche von Werken, Notenausgaben, Aufführungsweisen) unmittelbar angewiesen ist, dabei jedoch selbst Fragestellungen und Arbeitsgebiete der Musikwissenschaft mit prägt und aufgrund seines stark auf westliche Kunstmusik ausgerichteten Repertoires die Neuausrichtung der historischen Musikwissenschaft sowohl auf Geschlechteraspekte als auch allgemein auf kulturhistorische Themen erschwert.
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