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In den zurückliegenden dreißig Jahren prosperierte die Wirtschaft Baden-Württembergs überdurchschnittlich. Die Unternehmen des Landes galten als innovativ und adaptiv. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde von einem stetigen Wachstum der Beschäftigung begleitet. Zudem bildeten sich relativ hohe sozialpolitische Standards heraus. Dazu zählten eine hohe Beschäftigungsquote, hohes Arbeitnehmereinkommen, weitgehende Beschäftigungssicherheit und ein stilbildender Modus der Interessen- und Konfliktregulierung. Die alles in allem positive und vergleichsweise herausragende Entwicklung in Baden-Württemberg ist unter anderem deshalb so bemerkenswert, weil das Land ausgesprochen rohstoffarm ist. In Beschreibungen durch wirtschaftliche und politische Repräsentanten klingt nicht selten gehöriger Stolz auf die eigene Intelligenz, die Kreativität und den sprichwörtlichen schwäbischen Tüftlersinn an. Unbezweifelbar sind hiermit wichtige Erfolgsfaktoren genannt. Aber der Hinweis auf Kognitionen und Orientierungen allein reicht zum Verständnis der ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte nicht aus. In der einschlägigen Forschungsliteratur wird denn auch die Wirkungsweise einer besonders gelungenen regionalen Regulation als maßgeblich für die zurückliegende Entwicklung geltend gemacht. Organisationen der Wirtschaft, der Politik und intermediäre Institutionen bilden die regionale Regulationsstruktur. Deren Interaktionen erreichten im Hinblick auf Parameter wirtschaftlichen Handelns ein hohes Maß an Kompatibilität. Dies ermöglichte kohärente Innovationsstrategien speziell in Wirtschaft und Politik. Es entwickelten sich dem Anschein nach subtil austarierte — wenngleich weder zentral noch nennenswert intentional koordinierte — Interdependenzen zwischen Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, Politik und Tarifparteien, die entscheidend zur wirtschaftlichen Dynamik beitrugen.
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