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Die Medienforschung hat das Selektionsverhalten professioneller Medien-Kommunikatoren bereits ausführlich untersucht. Die zunehmende Verbreitung der weltweiten Computemetze bedingt allerdings unter anderem, dass gerade im World Wide Web Personen zu Kommunikatoren werden, die nicht zwangsläufig fachlich oder institutionell für diese Tätigkeit legitimiert sind: ‚Massenmediale‘ Angebote wie die eigene Homepage werden von Personen gestaltet und verantwortet, die nicht unter den klassischen Kommunikatorbegiriff fallen. Somit stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien hier die jeweilige Selektion der publizierten Inhalte erfolgt. Eine Befragung von Onlinekommunikatoren (Entscheidungsträger, die für Gestaltung und Inhalt des jeweiligen WWW-Angebots verantwortlich sind) vergleicht Privatpersonen, private Interessengruppen, Parteien, Unternehmen und klassische Medienanbieter im World Wide Web hinsichtlich verschiedener Aspekte ihrer Onlineaktivitäten. Es zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen diesen Gruppen — nicht nur was ihre Motivation und anvisierte Zielgruppe angeht, sondern auch in den verwendeten Quellen, Selektionsmechanismen und der wechselseitigen Koorientierung. Insgesamt müssen Onlinekommunikatoren als eine sehr heterogene Gruppe bezeichnet werden, auf die (auch hinsichtlich ihres Selektionsverhaltens) nicht notwendigerweise die klassischen Kennzeichen des Journalismus zutreffen.
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