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An Orientierungshypothesen, daß Person und Umgebung in einem nicht endenden Interdependenzverhältnis stünden, ist die Soziologie gewiß nicht arm. In der Stadtsoziologie akzentuiert sich die Frage nach der strukturierenden Bedeutung von Umgebungen bzw. der durch Personen hervorgebrachten Strukturierung in besonders augenfälliger Weise: Räume (als Umgebung) werden erst in ihrer „Aneignung“ durch Personen sozial bedeutsam, entfalten aber gleichzeitig einen strukturierenden, „objektiven“ und zwingenden Einfluß auf Personen. Als Forschungsproblem könnte man die Frage in zwei Teilfragen auflösen: Auf welche Weise läßt sich die Entstehung (und damit: Stabilität und Wandel) von sozialräumlichen Strukturen erklären? Durch welche Mechanismen und wie wirken sich bestimmte sozialräumliche Merkmale auf Eigenschaften von Personen und deren Handeln aus? In einer — an sich gebotenen — integrierenden Sichtweise wäre damit der (nicht an bestimmter Stelle beginnende und auch nicht endende) Prozeß der Interdependenz von Mikro- und Makroebene, nämlich der Hervorbringung sozialer Strukturen durch Personen, deren Einfluß auf Einstellungen und Handeln von Personen und der Folge dieser Einflüsse wieder für die sozialen Strukturierungen — am Beispiel räumlich-sozialer Strukturen und Verdichtungen — explizit zu machen.
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