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Die Errichtung des Wiener Psychologischen Instituts war auf die Initiative der sozialdemokratisch dominierten Stadtverwaltung hin zustande gekommen. Durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Wien konnte das Ehepaar Bühler mit dem Aufbau eines qualitativ und quantitativ hochwertigen Lehr- und Forschungsbetriebes beginnen. Drei Arbeitsschwerpunkte standen im Zentrum der Forschungsarbeit: Experimentelle Wahrnehmungs-, Denk- und Sprachpsychologie, Kinder- und Jugendpsychologie (die am Beginn der dreißiger Jahre zu einer allgemeinen Theorie der menschlichen Entwicklung ausgebaut wurde) und Sozial- bzw. Wirtschaftspsychologie. Das Wiener Psychologische Institut erlangte zunehmend internationale Bedeutung und war im politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Leben Wiens der Zwischenkriegszeit verankert. 1933–1938 war das Wiener Institut das einzige deutschsprachige psychologische Forschungszentrum, das internationales Renommee besaß. Finanzielle Probleme und die Auslieferung des Instituts an politische Propaganda bewirkten jedoch schließlich einen nicht aufzuhaltenden Qualitätsverlust.
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