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Die Untersuchung rekonstruiert eine Systematik magischer Wirkprinzipien. Es geht um die Frage, wie die Magie funktioniert. Die Materialbasis bildet das bislang unbearbeitete, etwa 28000 Nummern umfassende Corpus der deutschen Segen und Beschwoerungsformeln (TU Dresden), das uber ein Jahrtausend abdeckt. Die Menge der Texte gestattet eine umfassende Sicht auf die funktionalen Bestandteile magischer Beschwoerungen. Die Spur der Decodierung fuhrt auf die fruhest dokumentierten Anfange der Magie, zu archaischen Denkkonzepten in altorientalischen und altindischen Kompendien. Der verstehende Blick zuruck auf ein heute fremdes Denken enthullt die Magie als ursprunglich rationales Instrumentarium einer Welt- bzw. Kontingenzbewaltigung, das Gluck/Leid und Handlungspotenz des Menschen zusammenzwingt. Die Entschlusselung von Magie liefert somit auch einen Baustein zum Verstandnis, wie der menschliche Geist funktioniert.
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