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Zum uberwiegenden Teil sind die „Volkslieder, die Brahms fur Einzelstimme mit Klavierbegleitung, fur Frauenoder fur Mannerchor bearbeitet hat, der zweibandigen Sammlung von August Kretzschmer und Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, Deutsche Volkslieder, Berlin 1838 und 1840, entnommen1. Doch in Brahms' eigenen Angaben zu den Quellen fur die ubrigen „Volkslied4 '-Melodien und in der Sekundarliteratur zu dieser Frage tauchen auch immer wieder die Namen von drei weiteren Sammlern geistlicher und weltlicher Melodien auf: David Gregor Corner, dessen Gros Catolisch Gesangbuch 1631 in Nurnberg erschienen ist, Karl Severin Meister, der Corners und andere Melodien in dem Band Das katholische Kirchenlied 1862 vereinigte, und dann der etwas altere Zeitgenosse von Brahms Friedrich Wilhelm Arnold, Verleger und Volksliedsammler in Elberfeld. Doch sind Art und Umfang der Beeinflussung von Brahms durch die Sammlungen dieser drei Manner bisher nie wirklich untersucht und dargestellt worden, wenn auch erste Stellungnahmen und Erlauterungen zu dieser Frage in den Arbeiten von Werner Morik, Siegfried Kross und Siegmund Helms erschienen sind2. Gleichwohl ist eine derartige Untersuchung durchfuhrbar, da Brahms ausreichendes Dokumentationsmaterial in Form von Manuskripten, die nach diesen Sammlungen angefertigt worden sind, und von Randbemerkungen in den Bestanden seiner Bibliothek hinterlassen hat. Diesen Quellen aus Brahms' Nachlas gesellt sich jetzt ein weiteres Stuck zu, das kurzlich zur Auktion angeboten worden ist (der gegenwartige Besitzer stellte es mir freundlicherweise fur meine Arbeiten zur Verfugung). Eine Vertiefung in diese Primarquellen gibt Auskunft uber die von Brahms fur seine Volksliedtexte und -melodien herangezogenen Quellen, klart die langumstrittene Frage der Urheberschaft des Liedes „In stiller Nacht, dessen beide Bearbeitungen zu Brahms' bekanntesten zahlen, und weist die Bearbeitung des Volkslieds „Es war ein Markgraf uber'm Rhein (DV 1858, Nr. 5 und dann auch DV 1894, Nr. 29) mit Sicherheit Brahms zu.
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