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JYlan wird darüber streiten können, ob das für meinen Vortrag gewählte Thema sich zur Besprechung auf unserem Kongress eignet, ganz abgesehen davon, ob es mir gelingen mag, seine gewiss nicht geringen Schwierigkeiten einigermassen zu bewältigen.Auch ge- statten es diese Schwierigkeiten nicht, den Vortrag rhetorisch zu beleben oder zu verschönen ; trockene Klarheit kann allein das wünschenswerte Ziel sein 1 ).Keiner Frage dagegen unterliegt es, dass die alten Gegensätze Mechanismu s und Vitalismus neuerdings wieder schärfer hervortreten, nachdem sie insofern ausgeglichen schienen, als die Möglichkeit des ausreichenden Begreifens der Lebenserscheinungen auf mechanistischer Grundlage recht allgemein zugegeben wurde.Wenn die Denker und Forscher, die in neuerer Zeit für den Vitalismus eintraten, auch häufig als Neo-Vitalisten bezeichnet werden, so scheint mir doch der Gegensatz zwischen dem älteren Vitalismus und dem sog.Neo-Vitalismus kein eigentlich prinzipieller zu sein.Im alten w 7 ie im neuen Vitalismus spricht sich gleicher- weise die fundamentale Ueberzeuguns-f aus, dass Lebewesen und Lebensvorgänge nicht, oder doch nicht vollständig, begriffen werden könnten, ohne das Zugeständniss einer nur in der Organismenwelt bestehenden, dem Nichtlebenden mangelnden Geschehensgesetzlich- keit, eines besonderen Prinzips oder einer besonderen Kraft, wie man dies eigenthümliche Etwas, je nach der bevorzugten Ausdrucks- weise, bezeichnen mag.Mehr als der ältere Vitalismus gesteht der Neo-Vitalismus zu, dass die rein kausal-mechanistische Betrachtung der Lebenserscheinungen ebenso berechtigt ist als die teleologische, dass beide nebeneinander herzugehen hätten.Doch bildet auch dies eigentlich keinen Gegensatz zum älteren Vitalismus ; derselbe ßütschli, Mechanismus und Vitaiismus. 1 konstruirte ebenfalls kausal.Die von ihm postulirte Lebenskraft wurde als Ursache der Lebenserscheinungen in das kausale Schema eingefügt.Fraglich blieb nur, ob die Voraussetzung solch' einer hypothetischen Ursache berechtigt war, und ob das Leben damit wirklich begriffen werden konnte.Eine Untersuchung über die Natur und Berechtigung der beiden gegensätzlichen Beurtheilungsweisen des Lebens führt naturgemäss bald auf sehr allgemeine philosophische Probleme, deren Erörterung man bei derartigen Betrachtungen nicht wohl völlig umgehen kann.Andererseits erscheint es aber auch unmöglich, dieser Besprechung eine ausführliche kritische Begründung des erkenntniss-theoretischen Standpunktes vorauszuschicken , auf welchen mich zu stellen ich bei dieser Besprechung für richtig erachte.Umgehen kann ich es aber nicht, wenigstens zu skizzieren, auf welchem Boden ich mich zu bewegen gedenke ; obgleich ich nicht versuchen kann, die Be- rechtigung hiezu ausreichend zu erweisen.Am Beginn jeder wissenschaftlichen Wahrnehmung, jeder Er- kenntniss, finden wir den Gegensatz zwischen dem Ich, dem Subjekt, welches wahrnimmt und erkennt, und dem Objekt, das von dem Ich erkannt wird.Diesen Gegensatz erfahrungsgemäss zu über- winden, oder auf etwas Gemeinsames, Höheres oder Allgemeineres zurückführen und damit begreifen zu wollen, ist unmöglich.Gehen wir von dem Ich und seinen Bewusstseinselementen, als dem uns allein direkt Gegebenen aus, so gelingt es auf keine Art, nach- zuweisen, dass eine Objektenwelt gesondert von diesem Ich wirklich besteht, und dass nicht alles, was das einzelne naive Ich als Objekte wahrnimmt, nur und ausschliesslich sein Bewusstseinselement ist.Wie gesagt, scheint eine Widerlegung dieses zwar eigentlich nie praktisch gewordenen Standpunktes, des sog.theoretischen Egoismus oder Solipsismus, unmöglich.Wenn er praktisch stets verworfen wurde, so geschah dies nur wegen der geradezu ungeheuerlichen und höchst beunruhigenden Konsequenzen, zu denen er nothwendig führt.Der umgekehrte Standpunkt, die Objektenwelt als das anzu- sehen, von dem ausgehend das Ich zu begreifen sei, scheitert ebenso an der Unmöglichkeit, das Subjekt und seine Bewusstseins- elemente auf diesem Wege zu begreifen.Unter diesen Umständen gewährt es die meiste Befriedigung, die von dem naiven Menschenverstand stets gemachte, obgleich, wie die genauere Untersuchung ergibt, hypothetische Annahme: dass der Gegensatz zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Empfindendem und Empfundenem, wirklich besteht, zum Ausgangspunkt der weiteren Betrachtung zu machen.Hiernach stehen sich also Ich und Objekt gegen- über , doch nicht ohne Zusammenhang ; denn die Objektenwelt bedingt Vorgänge in dem Ich (Empfindungen und Empfindungs- komplexe), welche eben die Wahrnehmungen sind, die das Ich von der Objektenwelt hat.Da nun nur das eigene Ich Bewusstsein und Bewusstseinselemente direkt erlebt, so vermag es auch nur, auf einen mehr oder weniger gesicherten Analogieschluss gestützt, anzunehmen, dass auch gewisse Bestandtheile der Objektenwelt analoge bewusste und empfindende Ich sind.Auf dem Boden der hypothetischen Annahme des Gegensatzes zwischen dem empfindenden Ich und der empfundenen Objekten- welt wird das Ich, ausgerüstet mit den verschiedenen Bedingungs- beziehungen seiner Sinnesorgane zu der Objektenwelt, auch dazu gelangen müssen, zu erfahren, dass zwischen den Objekten Abhängigkeiten bestehen, dass diese' sich bedingen; es wird empirisch zu der Erkenntniss einer kausalen Abhängigkeit gelangen, die wir daher nicht für aprioristisch gegeben erachten.Ferner wird das Ich dazu gelangen, die Objektenwelt in eine Aussenwelt und seinen Körper oder das Ich-Objekt zu scheiden ; auf einem Wege, dessen Möglichkeit schon häufig zu zeigen versucht wurde.Mit dieser Scheidung vollzieht sich auch eine weitere wichtige Sonderung in dem Empfundenen, indem das Ich bemerkt, dass es nicht nur die Objekte der Aussenwelt und seinen Körper empfindet, sondern noch eine besondere Reihe von Empfindungen erlebt, deren Beziehungen zur Aussenwelt keine unmittelbaren, sondern entferntere sind.Da das Ich nun für die Aussenwelt überzeugt ist, dass es nicht nur empfindet, sondern Etwas empfindet, so konstruirt es auch für diese Reihe von Empfindungen das Empfundene, die Seele.Mit Hilfe der durch die verschiedenen Sinnesorgane vermittelten gleichzeitigen, jedoch verschiedenen Empfindungen, die durch ein Objekt bedingt werden, wird das Ich ferner erfahren, dass Empfindungen durch ein Objekt dann bedingt werden , wenn dieses eine Veränderung erfährt.Das heisst also : gewisse von dem Objekt abhängige Empfindungen werden bedingt von Aenderungen anderer, von diesem Objekt abhängiger Empfindungen.Dass aber Ver- änderungen der von dem Objekt abhängenden Empfindungen von Veränderungen des Objektes begleitet sein müssen, ist für unseren Standpunkt selbstverständlich, da ja dem Ich die Objekte ver- schieden sind, die es verschieden empfindet.Auf diese Weise tritt allmählich hervor, dass von Zustandsänderungen der Objekte zunächst Zustandsänderungen in dem Ich-Objekt (dem Körper des Ichs) abhängen, und dass diesen gleichzeitig Bewusstseinselemente oder Empfindungen parallel gehen oder koordinirt sind, welche das Ich erlebt.Wir gelangen also schliesslich zur Ueberzeugung, dass den Zustandsänderungen in der Objektenwelt Empfindungen des Ich parallel gehen.Da nun das Ich von dem Objekt nur durch solche parallel gehende Empfindungen etwas erfährt, ein Objekt eben als nichts weiter erkannt werden kann als ein Komplex von Empfindungen, so erscheinen alle Spekulationen darüber, was das Objekt unabhängig von diesem Empfindungskomplex sein könnte, nichtig.Das Objekt oder Ding an sich wäre eigenschaftslos, das reine Objekt als Abstraktum im Gegensatz zum Subjekt gedacht, ein Nichts.Nun finden wir jedoch die Körper, mit denen ein Ich, ein bewusstes Empfinden verbunden ist, zeitlich beschränkt ; sie entstehen und vergehen.Unmöglich aber scheint es uns zu begreifen, wie ein solcher Parallelverlauf zwischen Zustandsänderungen der Objektenwelt und dem entstehenden und wieder vergehenden Körper und seinem Ich entsteht und wieder vergeht.Den Zusammenhang zweier derartig gegensätzlicher und doch koordinirter Verläufe können wir nicht weiter begreifen, sondern nur als solchen, als eine Unbegreiflichkeit hinnehmen.Zu denken nun, dass der Eintritt dieser Unbegreiflichkeit sich bei dem Entstehen jedes Ichs 5 wiederhole und ebenso wieder aufhöre, wäre eine Häufung solcher Unbegreiflichkeiten, welche wir nur durch die Erweiterungshypothese zu umgehen vermögen, dass wir diese Unbegreiflichkeit nur einmal, an den Beginn unseres Denkens setzen ; indem wir annehmen, dass alle Zustandsänderungen, wie wir sie in der Objektenwelt erfahren, stets von parallel gehenden psychischen Vorgängen, Empfindungen mit Gefühlsbetonung, begleitet sind ; dass daher dieser Parallelismus, welchen wir zwischen den Empfindungen des Ichs und den Zustands- änderungen des Ich-Objekts, des Körpers, erfahren, etwas Allge- meines sei und nicht etwas, was mit dem Ich-Objekt entsteht und vergeht 2 ).Wenn wir diesen Standpunkt einnehmen, so nähern wir uns in mancher Hinsicht den Anschauungen Mach 's, der als die Elemente der Welt Empfindungskomplexe ansieht, die mit dem Ich bald in Beziehung (ins Bewusstsein) treten, bald nicht.Denn da wir Zustandsänderungen der Objekte wahrnehmen oder empfinden, und nach unserer Annahme diesen stets Empfindungen koordinirt sind, so Hesse sich ja auch ebensowohl sagen, dass wir diese Empfindungen der Objekte wahrnehmen.Immerhin unterscheidet sich unsere Auffassung doch wesentlich von der Mach 's darin, dass dieser die Objekte selbst für Empfindungskomplexe erklärt, demnach als dauernd empfindend.Unsere Auffassung dagegen würde dazu führen, zu sagen : Objekt ist nicht ein Empfindungs- komplex, sondern etwas, was empfinden kann, aber nicht stets empfindet.Damit wäre jedoch eigentlich auch der scharfe Gegen- satz zwischen Subjekt und Objekt aufgehoben, insofern, als beide etwas sind, was empfinden kann a). Der Gegensatz bleibt aber doch bestehen, indem das Ich be- wusst, das Objekt dagegen unbewusst empfindet.Ob mit diesen Worten zwar der Gegensatz richtig bezeichnet
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