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Eine der bekanntesten Darstellung der Produktion wissenschaftlichen Wissens liefert die Antike. Archimedes von Syrakus stieß auf das Gesetz des Auftriebes beim Betreten der Badewanne. Diese Entdeckung erfolgte im Rahmen eines „Projekts“ – so würde man es heute formulieren –, das der Bestimmung des Goldgehalts der Königskrone gewidmet war. Der wissenschaftliche Durchbruch führte zu einem Aufschrei, einem nudistischen Auftritt auf der Straße und zu einem zweifelhaften Erfolg eines der ersten Fälle von wissenschaftlichen Politikberatungen: Der betreffende Goldschmied, der bei seinem Handwerk am Edelmetall sparte, wurde aufgrund von Archimedes' Expertise zum Tode verurteilt (vgl. Vitruvius Pollio, ca. 30 v. Chr., Abschnitt 10). Noch heute umranken den Forschungsprozess die Mythen von Geistesblitzen, Intuitionen und Zufällen. Auch wenn man entscheidende Durchbrüche in der Wissenschaft auf diese Weise erklären kann, so liegt das wesentliche Merkmal von moderner Wissenschaft darin, Forschung in ihren Abläufen und Zielen zu planen, zu organisieren, zu kontrollieren und Entdeckungen nicht dem Prinzip Zufall zu überlassen. An die Stelle des Geistesblitzes sind andere, sozialwissenschaftlich fundierte Konzepte getreten, die zu beschreiben und zu erklären versuchen, wie wissenschaftliches Wissen produziert wird bzw. wie sich die Wissensproduktion im Vergleich zu früheren Zeiten verändert hat.
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