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Wie kommt es eigentlich, daß jemand einem anderen hilft? Im Grunde aus Eigennutz, wollen uns die französischen Moralisten um Larochefoucault (1665) glauben machen. Demnach gibt es wohl Taten und Handlungen, die einem anderen Menschen zugute kommen, sie entstammen aber keinem fremddienlichen Motiv, sondern der Selbstsucht. Springt jemand unter Mißachtung seines eigenen Lebens in einen reißenden Strom, um einen anderen, ihm gänzlich unbekannten Menschen zu retten, dann tut er dies um einer zu erwartenden Anerkennung, einer Prämie, einer Lebensrettungsmedaille willen oder, wenn mit solchen Auszeichnungen nicht zu rechnen ist, doch nur, um sich selbst seine Tapferkeit zu beweisen, letztlich also allemal aus Selbstsucht. Wenn sein Selbstwertgefühl derartiger Unterstützungen nicht bedarf, wird man ihm wohl altruistische Bedürfnisse zugestehen, sogleich aber zu bedenken haben, daß die Befriedigung, welche diese durch fremddienliche Handlungen erfahren, Lust verschafft. Wer sich Lust verschafft, sei es auf Kosten eines anderen, sei es zu dessen Gunsten, handelt jedoch egoistisch.
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