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Zusammenfassung Hintergrund/Fragestellung Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl älterer Menschen in Deutschland besteht ein wachsender Bedarf an Fachkräften, die über Kompetenzen zum Umgang mit altersbedingten Veränderungen verfügen – weit über den Gesundheits- und Pflegebereich hinaus. Die vorliegende Arbeit adressiert das Forschungsdefizit hinsichtlich der Wirkung von Alterssimulationen auf die Sensibilisierung berufsübergreifender Akteure, insbesondere aus den Bereichen soziale Dienste, Wohnungswirtschaft und Handwerk, die Dienstleistungen für ein möglichst selbstbestimmtes Altern im häuslichen Umfeld erbringen. Studiendesign/Methoden Im Rahmen eines quasiexperimentellen Designs wurde die Weiterbildung „Alter erleben“ mit dem Alterssimulationsanzug MAX (Modularer Alterssimulationsanzug eXtra) analysiert und mit alternativen Interventionsformen – einer passiven Simulation und einer reinen Wissensvermittlung – verglichen. Ergebnisse Die Studie umfasste 543 Teilnehmende und evaluierte die Auswirkungen der Interventionen auf emotionale, kognitive und motivationale Komponenten der Sensibilisierung. Die Ergebnisse belegen, dass aktive Alterssimulation mit dem Anzug MAX signifikant zur kurzfristigen Steigerung der Sensibilisierung beiträgt, v. a. in den Bereichen Empathie und Verständnis für altersbedingte Einschränkungen. Obwohl die motivationalen Effekte weniger nachhaltig waren, konnte auch vier Wochen nach der Maßnahme ein über dem Kontrollniveau liegender Effekt nachgewiesen werden. Die Wirkung zeigte sich unabhängig von der Berufszugehörigkeit der Teilnehmenden und unterstreicht somit die berufsübergreifende Relevanz des Ansatzes. Gleichzeitig liefert die Studie praxisbezogene Empfehlungen für die Strukturierung von Weiterbildungen und hebt insbesondere die Bedeutung erlebnisorientierter Lernformen hervor. Diskussion Methodische Schwächen wie ungleiche Gruppengrößen und eingeschränkte Validierung des Messinstruments werden als Limitationen benannt. Die Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit von Alterssimulationen zur Sensibilisierung für altersbedingte Veränderungen und zeigen deren Potenzial für den Kompetenzaufbau im Kontext altersgerechter Dienstleistungen auf. Schlussfolgerung Weiterführende Forschung sollte insbesondere die Langzeitwirkung und weitere Zielgruppen sowie die Integration digitaler Simulationstechnologien adressieren, um neue Potenziale zur Gestaltung des demografischen Wandels zu erschließen.
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