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Zusammenfassung: Welche Faktoren bestimmen Nachfrage auf Konsumgütermärkten?Am Beispiel von Lotterien wird ein konsumsoziologischer Ansatz vorgestellt, der die imaginative Qualität von Gütern hervorhebt.Die Theorie, basierend auf Campbell (1987), erklärt Konsum aus dem Versuch, erlebte Alltagswirklichkeiten durch entsprechendes Konsumverhalten subjektiv über die Herstellung von Tagträumen zu verbessern.Auf Basis von Umfragedaten zeigt sich, dass Spieler, die regelmäßig in Tagträume über die Erzielung eines Lottogewinns eintauchen, häufiger und mit höherem Einsatz Lotto spielen.Die Nachfrage auf dem Lottomarkt erklärt sich damit aus der Anknüpfungsfähigkeit des Konsumguts an erwünschte und angenehme Vorstellungen, die in Tagträumen ausgemalt werden.Spieler kaufen über den vorgestellten Lottogewinn einen Traum über die Teilhabe an höheren sozialen Positionen, sie kaufen eine assoziativ hergestellte Erweiterung ihres Möglichkeitshorizonts.Die Analysen zeigen, wie sehr nachgefragte Güter trotz objektiver Wertlosigkeit sozial vermittelte Wertzuschreibungen über Tagträume erfahren.Der Artikel schließt mit einer Diskussion über die Implikationen dieses Ansatzes zur Untersuchung weiterer Bereiche, die über den Konsum hinausgehen.Einleitung Welche Faktoren bestimmen Nachfrage auf Konsumgütermärkten?Diese Frage und damit die Erklärung von Wertbildungsprozessen bildet eine wichtige Fragestellung innerhalb der Wirtschafts-und Marktsoziologie.Dies hat seinen Grund nicht nur darin, dass die Wirtschaftssoziologie bislang primär der Produktionsseite von Wirtschaft zugewandt war (vgl.Beckert / Besedovsky 2009; Rössel / Pape 2009). 2 Die Beschäftigung mit der Nachfrageseite stellt insbesondere deshalb eine Herausforderung an die Disziplin dar, weil Bedürfnisstrukturen von Konsumenten in modernen Marktökonomien funktionale Sättigungsgrenzen erreicht haben und damit derjenige Teil der Nachfrage erklärungsbedürftig wird, der über das rein Notwendige hinausgeht.Für viele Arten von Gütern ist Nachfrage relativ leicht zu erklären.Güter des alltäglichen Bedarfs zum Beispiel, dazu zählen Kleidung, Wohnraum und Nahrung, werden nachgefragt, weil physiologische Grundbedürfnisse dafür bestehen.Der Wert eines Gutes dieser Kategorie ergibt sich aus der "physischen Performanz" (Beckert 2011 b) des Gutes, aus dessen Nützlichkeit, konkrete Funktionen zu erfüllen: Ein Glas hat den Wert darin, dass man daraus trinken kann.Seit der klassischen Nationalökonomie wird diese Wertform unter dem Begriff "Gebrauchswert" verhandelt (Marx 1962). 1 Der Aufsatz entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts "Nachfrageverhalten und Verteilungswirkungen des Lotteriespiels in Deutschland".Für wertvolle Hinweise einer früheren Version des Artikels danke ich Jens Beckert, Joachim Fischer, Kai-Uwe Hellmann,
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