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Die heutige Partnerwahl ist eine prinzipiell freie Wahl, geprägt von Selbstbestimmung und der Orientierung an emotionalen Kriterien. Partnerschaftliche Verbindungen werden aus Gefühlen wechselseitiger persönlicher Zuneigung eingegangen und nicht ,standesgemäß‘ arrangiert. Auch eine solche, formal freie Wahl findet jedoch nicht in einem sozial voraussetzungslosen Raum statt. Entgegen der subjektiven Wahrnehmung können die individuellen Präferenzen nicht in einem nahezu unbegrenzten Angebot potentieller Partner realisiert werden, sondern der Kreis der tatsächlich Wählbaren ist durch vielfältige Steuerungs- und Selektionsmechanismen erheblich eingeschränkt. Der Markt, auf dem die Partnersuche und -wahl stattfindet, bietet kein ,Gesamtangebot‘, sondern eine numerisch begrenzte und selektive, nicht repräsentative Auswahl (vgl. auch Wirth/Lüttinger 1998: 52, 74).1 Zunächst setzt die Aufnahme einer Beziehung die Möglichkeit der Begegnung und des Kennenlernens voraus, was in der englischen Sprache treffend mit „Who does not meet, does not mate“ umschrieben wird. Wer einem begegnet und somit Teil des Angebots wird, bestimmt weniger der Zufall, vielmehr sind in Abhängigkeit von individuellen Merkmalen soziale Handlungskontexte unterschiedlich gut zugänglich (vgl. Blau et al. 1982; Blau et al. 1984).
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