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Es ist 21.20 Uhr, Donnerstagabend. Ich sitze in der leeren Lobby eines Multiplexkinos in Wolfsburg. Vor dem Fenster erstrecken sich der eher unscheinbare Bahnhof und die in ihrer entleerten Räumlichkeit gläsernen Kathedralen gleichenden Gebäude der Autostadt. Hinter mir liegen eine „Offene Zweierbeziehung“1 und ein Nachtspaziergang im asphaltspiegelnden Neonlicht, entlang der VW-Arena, vorbei am Erlebnismuseum Phaeno. Dieser Theaterabend war kein Event, weder so beworben noch nach gängigen soziologischen Definitionen als solcher zu bezeichnen (vgl. Hitzler 2000: 402 f; Gebhardt 2000: 19 ff), ein normales Nicht-Event also. „Gute Beziehungen“ heißt das Jubiläumsprogramm der Autostadt, wie passend. Es war ein netter Abend in sehr netter Gesellschaft. In einer Stunde fährt mein Zug, das heißt Warten. Mag es in mancher Vorstellung auch an Fritz Langs Metropolis erinnern, Wolfsburg ist (noch) keine Metropole. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit zum Nachdenken – darüber, was ein Event ist und was nicht, warum die Frage wichtig ist und was das alles mit Industrie, mit Automobilunternehmen und der eigens für einen Konzern errichteten „Stadt als Erlebnis: Wolfsburg“ (Harth u. a. 2010) zu tun hat.
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