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Die Arbeiten von Frank-Olaf Radtke (FOR) im Bereich Migration und Erziehung beziehen einen erheblichen Teil ihrer Prominenz daraus, dass sie den normativen Bedürfnissen (nicht nur) der erziehungswissenschaftlichen Migrationsforschung entgegenkommen, ist doch ein Dauerthema das der Diskriminierung.1 Dieser Prominenz standen zwar andere Arbeiten von FOR im Wege, in denen früh in den 1980er Jahren „die Obsessionen der Ausländerpädagogen“ aufgespießt wurden oder später der Kulturalismus der Erziehung und der Erziehungswissenschaft wiederkehrend der Kritik unterzogen wurden. Aber Diskriminierung, sei es organisatorischer, kultureller oder sprachlicher Art, darin besteht der Dauerverdacht einer durch linken Sozialdemokratismus geprägten erziehungswissenschaftlichen Migrationsforschung, ist vor allem verantwortlich für das Abschneiden von Migrantenkindern und -jugendlichen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt und es kommt in dieser Perspektive darauf an, die Schule zu verändern, sei es organisatorisch insbesondere durch die Abschaffung der Dreigliedrigkeit des Schulwesens, sei es durch die Umerziehung seines Personals, sei es durch eine veränderte, positiv diskriminierende Ressourcenausstattung der Schulen. Die Pointe in dieser Perspektive besteht darin, dass der Schule die primäre Verantwortung für die Resultate der Erziehung zufällt, nicht den Eltern oder Kindern – womit diese Art der Erziehungswissenschaft einen Teil ihrer Dynamik daraus bezieht, insistierend die Zurechnungsgewohnheiten der Schule zu konterkarieren.
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