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Online Editorial Management-Systeme und die Produktion wissenschaftlicher Fachzeitschriften 1 Einleitung Mit den Begriffen »cyberinfrastructure« 2 , »cyberscience« 3 und »e-Research« 4 wurden wir in jüngerer Vergangenheit immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die zunehmende Nutzung von Computernetzwerken und auf dem Internet basierender Medien auch für die Wissenschaft einen großen Wandel bedeutet.Dieser Wandlungsprozess betrifft nicht nur die Forschung selbst, sondern die Wissenschaft in umfassenderem Sinne.Auch im Kernbereich des formalen wissenschaftlichen Kommunikationssystems, in den Redaktionen wissenschaftlicher Fachzeitschriften, wurden mit sogenannten Online Editorial Management-Systemen bei vielen Zeitschriften Infrastrukturen eingeführt, mit denen die Produktion wissenschaftlicher Journale verändert wird.Diese Veränderung bezieht sich auf den gesamten Prozess: von der Manuskripteinreichung über die Begutachtung und Überarbeitung bis hin zur Fertigstellung von Druckvorlagen.Der vorliegende Artikel geht der Frage nach, welche Veränderungen der herausgeberischen Arbeit mit der Verwendung dieser Systeme verbunden sind.Meine These lautet dabei, dass mit der Einführung von Online Editorial Management-Systemen eine Form von Arbeitsorganisation und Kontrollstruktur geschaffen wird, die sonst für formale Organisationen typisch ist.Bei der Produktion von Zeitschriftenartikeln sind nun aber nicht nur Verlage, sondern zu einem erheblichen Teil Mitglieder wissenschaftlicher Fachgemeinschaften beteiligt -sei es in der Rolle des Autors, des Gutachters oder sei es in der Rolle des Herausgebers.Arbeitsorganisation und Kontrollstruktur werden gewissermaßen über die Grenze der Organisation »Verlag« ausgedehnt und in die wissenschaftliche Fachgemeinschaft hineinverlagert.Wie zu zeigen ist, führt dies zu Zusammenstößen zwischen ökonomischer und wissenschaftlicher Rationalität.Die These wird in vier Schritten entwickelt.Zunächst wird die Datengrundlage vorgestellt, auf die sich die Argumentation stützt: meine Tätigkeit als Managing Editor der Zeitschrift Minerva.In einem zweiten Schritt wird in Absetzung zum üblichen wissenschaftssoziologischen Blickwinkel eine Produktionsperspektive auf 1. 1 Für Hinweise danke ich Uwe Schimank, den Teilnehmern der Ad-hoc-Gruppe »Die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens« auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2010 sowie zwei anonymen Gutachtern des Leviathan.2
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