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In welchen sozialstrukturellen Dimensionen entfalten sich Emotionen? Variieren Emotionen in ihrer Genese und Form mit sozialstrukturellen Differenzen? Gibt es sozialstrukturell geprägte ›Emotionsmilieus‹? Und lassen sich sozialstrukturelle Dimensionen ihrerseits auf Strukturen unterschiedlichen Fühlens zurückführen? Haben sozialstrukturelle Differenzierungen ein emotionales Fundament? Dieses sind die Fragen, um die es in den folgenden Überlegungen gehen soll. Sie nehmen dabei eine Frage und einen Begriff auf, die von Raymond Williams aufgeworfen wurden. Williams (1977: Kap. 9) zufolge handelt es sich bei den »structures of feelings« um einen zentralen Parameter der Sozialstruktur von Gesellschaften. Sie stellen nach Williams neben ökonomischen Austausch- und politischen Herrschaftsbeziehungen einen wesentlichen kulturellen Faktor im Aufbau gesellschaftlicher Beziehungen dar. Williams, einer der Inauguratoren der frühen, marxistischen Phase der ›Cultural Studies‹, suchte mit der Betonung solcher »structures of feelings« eine Korrektur an ökonomistischen Verkürzungen gesellschaftstheoretischer Analysen anzubringen.
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