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Medialisierung bezeichnet die generelle Bedeutungssteigerung der Massenmedien. Die Medien haben sich von allen Vermittlungsinstitutionen (z. B. Parteien, Verbände, Bewegungen) zum dynamischsten Akteur in der Gesellschaft entwickelt. Die Berichterstattung wird zu einer maßgeblichen Bezugsgröße für das Handeln öffentlicher Akteure, wobei die so begründete Medienrealität „nach Maßgabe einer Medienlogik, d. h. nach medienspezifischen Selektionsregeln und Darstellungsformen“ geprägt ist (Schulz, 2003, S. 465). Im Wettbewerb um öffentliche Aufmerksamkeit müssen sich gesellschaftliche Akteure an diesen Selektionsregeln und Darstellungsformen orientieren, um öffentlichkeitswirksam zu bleiben. Sie versuchen dabei einerseits, die Medienlogik für ihre Zwek-ke zu instrumentalisieren, und sehen andererseits die Notwendigkeit, sich den Bedürfnissen der Medien anzupassen. Kepplingers (1998, 2002) Langzeitstudie des Medialisie-rungsprozesses zeigt, wie sich die Erfolgsbedingungen von Politik in Deutschland sukzessive wandelten, indem öffentliche Legitimation und damit Vermittlungsleistungen der Medien und folglich Akzeptanz bei Journalisten zu einer immer wichtigeren Grundlage politischer Macht wurden. Er belegt, wie Politiker seit den 1980er Jahren ihr Handeln im Parlament zunehmend auf öffentliche Wirkung und Medienresonanz ausrichteten (etwa mittels mündlicher Anfragen) und wie politische Institutionen ihre Infrastruktur zur politischen Öffentlichkeitsarbeit (etwa mittels Politikvermittlungsexper-ten und Expansion des Bundespresseamts) ausweiteten.
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