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Als 1689 — ein Jahr nach der „glorreichen Revolution“ in England — der Essay „Concerning Human Understanding“ und nahezu zeitgleich die „Two Treatises of Government“ erschienen, war John Locke, der Verfasser dieser Werke, die ihm Weltruhm einbringen sollten, bereits im 57. Lebensjahr. 1632 in Wrington (Somerset) in einem puritanisch geprägten Elternhaus geboren, studierte Locke von 1652 bis 1658 am renommierten Christ Church College in Oxford klassische Philologie und Medizin, stark beeinflusst vom Empirismus, wie er von Naturwissenschaftlern wie z.B. Francis Bacon (1561–1626) oder William Harvey (1578–1657) gegen die Scholastik begründet und vertreten wurde. Erst später gewann der Rationalismus im Zuge des cartesianischen Denkens erheblichen Einfluss auf seine Gedankenwelt, vor allen Dingen im Werk des Philosophen und Naturforschers Pierre Gassendi (1592–1655). Erfolgreich praktizierte Locke als Arzt. Als lebenslanger Freund des englischen Staatsmanns Lord Shaftesbury (1622–1683), der zeitweise Führer der Whig-Partei war und 1672 Lordkanzler wurde, übte Locke als dessen Berater, Leibarzt und Privatsekretär erheblichen Einfluss aus. Nach dem Sturz Shaftesburys 1683 floh Locke ins niederländische Exil. 1689 kehrte er nach England zurück und widmete sich der publizistischen Tätigkeit. Bereits zu seinen Lebzeiten galt der 1704 verstorbene Locke als philosophischer Schriftsteller von europäischem Rang. Mit seinen „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ schuf er ein grundlegendes Werk für die neuzeitliche Staatslehre.
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