No open-access location is known for this record yet.
No open-access location is known for this record yet.
Noch bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts sah es so aus, als ob die Gesellschaftstheoretiker mit ihren Prognosen einer weit gehenden am westlich-modernen Modell orientierten gesellschaftlichen Entwicklung, in der kulturelle, ethnische und primordiale Zuschreibungen, Selbstdefinitionen und Gruppenbildungen an Bedeutung verlieren, gegenüber ihren Kritikern Recht behalten sollten. Es trat aber das Gegenteil ein, und zwar paradoxerweise spätestens in dem Moment, in dem mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion das westliche US-amerikanische Modell sowohl ökonomisch als auch kulturell als nahezu einzige gesellschaftliche Entwicklungsoption übrig zu bleiben schien. Entgegen den Annahmen soziologischer Modernisierungs- und Systemtheorien mit ihren Hypothesen einer mehr oder weniger globalen evolutionären Entwicklung fortlaufender Säkularisierung, Rationalisierung und funktionalen Differenzierung hat die Bedeutung ethnischer, religiöser, nationaler und kultureller Zugehörigkeiten weltweit zugenommen. Vormals als traditionale Überreste vormoderner kultureller Muster angesehene Formen religiöser und ethnischer Identitäten und Gruppenbildungen sind überall auf der Welt wieder zu zentralen Aspekten der Strukturierung von Gesellschaften und der Definition sozialer und politischer Konflikte geworden.
Loading…
Stored only when both papers are in the corpus — 18 citations exist upstream.
Papers that cite the same references — the relational fallback while embeddings are still backfilling.
Imported from OpenAlex (CC0) — nothing here is generated.