Über viele Jahre war die Bereitstellung von informationstechnischen Lösungen und Dienstleistungen für Unternehmen ein starker Wachstumsmarkt. Der Fremdbezug von informationstechnischen Dienstleistungen ist mittlerweile weit verbreitet. Während in der Vergangenheit Leistungsangebote oftmals für einzelne Nachfrager entwickelt, implementiert und verrechnet wurden, gerät dieses Geschäftsmodell zunehmend unter Druck. Derzeit zeichnet sich ein Trend zur Industrialisierung von IT-Dienstleistungen ab. Sie sollen bedarfsorientiert und mit Produktionskostenvorteilen gegenüber der Eigenerstellung bereitgestellt werden. Gleichzeitig erlauben aber die spezifischen Anforderungen bei unternehmensbezogenen IT-Dienstleistungen keine vollständige Standardisierung. Damit stehen Anbieter von IT-Dienstleistungen vor der Herausforderung, ein variantenreiches Leistungsangebot anzubieten und gleichzeitig diese Leistungen möglichst mit Kostenvorteilen gegenüber Kunden und Wettbewerbern zu erbringen. In unserem Beitrag zeigen wir, wie die bei Sachgütern erfolgreich umgesetzten modularen Produktarchitekturen auch auf Dienstleistungen übertragen werden können, um das Service Engineering von variantenreichen und industrialisierten IT-Dienstleistungen zu verbessern. Dazu stellt dieser Beitrag Grundzüge einer Methode für die Modularisierung von IT-Dienstleistungen vor und demonstriert ihre Anwendung an einem Fallbeispiel. Um Aufbau und Vorgehen der Methode zu erläutern, gehen wir zunächst allgemein auf die Eigenschaften, sowie die Nutzenpotenziale und Risiken modular aufgebauter Dienstleistungen ein. Anschließend diskutieren wir für den besonderen Fall von IT-Dienstleistungen, welche Anforderungen sich an die Modularisierung dieses Typs von Dienstleistungen stellen. Darauf aufbauend wird dann die Methode eingeführt und an einem Beispiel erläutert.
Stored only when both papers are in the corpus — 18 citations exist upstream.