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Moderne kapitalistische Gesellschaften sind Wachstumsgesellschaften. Gerät die wirtschaftliche Konjunktur ins Stocken, werden regelmäßig Krisenszenarien entwickelt. Die nächste Eskalationsstufe sind Schrumpfungsprozesse. Droht eine Rezession oder tritt sie gar ein, breitet sich schnell eine Untergangsrhetorik aus, die ihrerseits auf dem Wege einer Selffullfilling Prophecy reale Stimmungen und Entscheidungen beeinflussen kann. Dabei ist Schrumpfen auch in Deutschland keineswegs ein neues Phänomen; unter dem Etikett des Strukturwandels waren seit Ende der 1960er Jahre der Verlust von Arbeitsplätzen in altindustriellen Sektoren wie Kohle und Stahl und der Aufbau neuer Wirtschaftsstrukturen in den so genannten High-Tech-Branchen und in den Dienstleistungen zu beobachten (vgl. Hamm/Wienert 1990). Auch in der Stadtsoziologie sind die Probleme „schrumpfender Städte“ schon in den 1970er und 1980er Jahren aufgeworfen worden (vgl. Göb 1977; Häußermann/Siebel 1988). Was ist so beunruhigend an den Schrumpfungs- und Wachstumsperspektiven in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts und welche Auswirkungen auf den Verkehr und auf die Verkehrsinfrastruktur sind insbesondere vom demografischen Wandel zu erwarten?
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