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Unter Fundamentalentscheidungen verstehen wir Entscheidungen bzw. Entscheidungssituationen von existenzieller Wichtigkeit. Dabei stehen wenige grundlegende Handlungsalternativen zur Wahl, die sich jedoch erheblich in ihren Wirkungen unterscheiden. Es handelt sich im Unternehmensbereich um strategische Fragestellungen z.B. im Zusammenhang mit Mergers & Acquisitions, innerhalb eines Staates z.B. um die Frage nach der Gestaltung der Sozialversicherungssysteme oder die Entscheidung ber den Beitritt zur Eurozone und im persA¶nlichen Bereich z.B. um die Berufs- und Partnerwahl oder um Glaubensentscheidungen. Bei derartigen Entscheidungen besteht in der Regel ein besonders krasses MissverhA¤ltnis zwischen der Bedeutung der Entscheidung und dem verfgbaren Informationsstand. WA¤hrend eine solche Entscheidung groAŸe Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg, die StabilitA¤t einer Gesellschaft oder das LebensglA¼ck besitzt, sind die zur Beurteilung der mA¶glichen Handlungsalternativen vorliegenden Informationen zumeist in hohem MaAŸ unsicher, unvollstA¤ndig und ungenau, d.h. hochgradig unvollkommen. Wir untersuchen und diskutieren grundsA¤tzliche EntscheidungsansA¤tze zur Bewertung von Alternativen unter den genannten Bedingungen. Dabei betrachten wir sowohl die in der entscheidungstheoretischen Literatur vorgeschlagenen Konzepte fA¼r die idealisierten InformationsstA¤nde Ungewissheit und Risiko als auch AnsA¤tze fA¼r den allgemeineren und realistischeren Fall der unvollkommenen Information. AnschlieAŸend geben wir mit der Pascalschen Wette ein Beispiel fA¼r eine klassische Fundamentalentscheidung bei unvollkommener Information. Es handelt sich hierbei um die existenzielle Frage, ob ein Mensch an Gott glauben soll oder nicht, wenn er Unsicherheit sowohl ber die Existenz Gottes als auch die Konsequenzen des Glaubens bzw. Nichtglaubens besitzt. FA¼r dieses Entscheidungsproblem stellte der berA¼hmte Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal erste entscheidungstheoretische Aœberlegungen an, anhand derer man die Problematik von Fundamentalentscheidungen gut erkennen kann. SchlieAŸlich zeigen wir anhand der Versteigerung von UMTS-Lizenzen, anhand von Megafusionen und der Rentenreform, dass die Pascalsche Wette als ein Grundmodell typischer Fundamentalentscheidungen angesehen werden kann.
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