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Emotionale Politikgrundlagen und Politiken indirekter Emotionssteuerung 1. EinführungDaß Ökonomen über Politik nachdenken, ist nicht neu.Schließlich hieß die Disziplin zunächst "politische Ökonomie" (political economy) und wurde von Adam Smith noch ganz selbstverständlich als "a branch of the science of a statesman or legislator" 1 verstanden.Diese Wissenschaft prinzipiengeleiteter Gesetzgebung betrachtete den Parteipolitiker (im Gegensatz zum "legislator" oder dem politischen Ökonom als "impartial spectator") noch als eher triebgesteuerten Störenfried.So unterscheidet Adam Smith recht drastisch "the science of a legislator, whose deliberations ought to be governed by general principles which are always the same" und "the skill of that insidious and crafty animal, vulgarly called a statesman or politician, whose councils are directed by the momentary fluctuations of affairs" 2 .Daß Ökonomen eine im engeren Sinne ökonomische Theorie der Politik besitzen, ist dagegen eine neuere Erscheinung, deren Beginn sich etwa mit Anthony Downs' "Economic Theory of Democracy" (1957) datieren läßt.Nun aber erscheint der Politiker als "homo oeconomicus" der emotionslosesten Art: als zweckrational kalkulierender Stimmenmaximierer, der opportunistisch stets die Position vertritt, die ihm der Medianwähler diktiert.Selbst Wähler sind als ebenso nüchterne Nutzenmaximierer modelliert, die stets leidenschaftslos genau diejenige Partei wählen, die ihnen das höchste "Nutzeneinkommen" verspricht.3 Daß Ökonomen sich mit Emotionen beschäftigen, ist wiederum ein zunächst altes, dann lange Zeit weitgehend unbekanntes und erst in letzter Zeit wieder zu entdeckendes Phänomen.So kann man, wenn man auf die klassische politische Ökonomie zurückblickt, etwa Mandeville (1732/1988), Hume (1740/ 1978) oder Smith (z.B. 1761/1982) als Abhandlungen über die Entstehung, Wirkung und soziale Funktion menschlicher Triebe, Leidenschaften und moralischer Gefühle verstehen.Ich will hier aber eher in kritischer Auseinandersetzung zur (und doch teilweise mit den Mitteln der) neoklassischen Theorie der 1 Smith (1776/1976), Book IV, Introduction. 2 Smith (1776/1976), Book IV, ch. 2. 3Vgl. Fukuyama (1995), S. 18: "the neoclassical economic perspective [is] insufficient to explain political life, with its dominant emotions of indignation, pride, and shame".
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