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Selten sind Journalisten so massiv mit den möglichen negativen Konsequenzen ihrer Berichterstattung konfrontiert worden wie bei fremdenfeindlichen Straftaten. Die Art und Weise der journalistischen Darstellung von Straftaten gegen Ausländer und Asylbewerber ist — auch innerhalb des Journalismus — scharf kritisiert worden. In den Tagen der Ausschreitungen von Rostock ließ beispielsweise das Fernsehen Rechtsradikale und applaudierende Anwohner mit ausländerfeindlichen Parolen frei und unkommentiert zu Wort kommen. Viele meinen, daß erst durch die Berichterstattung der Massenmedien eine massenhafte Nachahmung von Straftaten initiiert worden ist, daß also Journalisten, ohne es zu wollen, der Verbreitung fremdenfeindlicher Gewalt Vorschub geleistet haben. Die zentrale Frage, die dieser Beitrag zu beantworten sucht, lautet also: Führt die Berichterstattung über solche Straftaten dazu, daß potentielle Täter sich ermutigt fühlen, selbst Ausländer und Asylbewerber anzugreifen? Vor allem im Anschluß an die Schlüsselereignisse (das sind die Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock sowie die Brandanschläge in Mölln und Solingen; vgl. Brosius/Eps 1993) wurde die These der Nachahmung in der Öffentlichkeit diskutiert. Der vorliegende Beitrag schildert in knapper Form die Hauptergebnisse eines Projekts, das sich der empirischen Überprüfung dieser These widmet. Die theoretischen und methodischen Grundlagen können hierbei nur kurz skizziert werden. Für Interessierte sei auf die ausführliche Darstellung bei Brosius/Esser (1995) verwiesen.
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