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Als Beobachter des kommunalpolitischen Geschehens stellt man immer wieder fest, daß zwischen Gemeinden mit der gleichen Kommunalverfassung und einer ähnlichen Sozialstruktur beträchtliche politische Unterschiede bestehen. So räumt das Kommunalwahlrecht den Wählerinnen und Wählern in Bayern und Baden-Württemberg einen wesentlich größeren Einfluß auf die personelle Zusammensetzung der Kommunalvertretung ein als in Nordrhein-Westfalen. Dennoch liegt die Beteiligung an den Stadt- und Gemeinderatswahlen in Bayern traditionell höher als in Baden-Württemberg, während in Nordrhein-Westfalen keineswegs eine unterdurchschnittliche Wahlbeteiligung zu verzeichnen ist. Die Schwankungen in den Stimmenanteilen der politischen Parteien bei Kommunalwahlen lassen sich ebenfalls nicht ausschließlich auf Unterschiede in der Sozialstruktur der betreffenden Gemeinden zurückführen. Wie die spektakulären Wahlerfolge der SPD bei den Oberbürgermeisterwahlen 1990 in Passau und Regensburg zeigen, führt ein hoher Katholikenanteil nicht zwangsläufig zu einer Vorherrschaft der CDU/CSU. Ebenso wenig garantiert ein hoher Arbeiteranteil klare SPD-Mehrheiten in den kommunalen Vertretungskörperschaften.
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