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Drei Gesichtspunkte erscheinen mir bedenkenswert für den „Streitfall Zwei-sprachigkeit“: Zunächst ist es sinnvoll, daran zu erinnern, dass Ein- und Mehrsprachigkeit Idealisierungen sind und kein absolutes Gegensatzpaar darstellen. Auch die Vorstellung, die Zeit, die man mit einer Sprache verbringt, ginge einer anderen verloren, geht an den Fähigkeiten des Menschen vorbei, in sprachlicher Hinsicht vieles gleichzeitig zu tun. Mein zweites Anliegen berührt den Spracherwerb und insbesondere die Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit. Auf der Grundlage empirischer Arbeiten zu unterschiedlichen Erwerbstypen soll gezeigt werden, wie früh und souverän Kinder mit der Koexistenz sprachlicher Kenntnissysteme umgehen können und was man daraus lernen könnte, um befürchteten Defiziten entgegen zu wirken. In einem weiteren Schritt frage ich, inwieweit es möglich ist, auf der Grundlage eines Minimalkonsenses eine vorschulische und schulische Mehrsprachigkeitsförderung auf den Weg zu bringen, von der alle Kinder nachhaltig profitieren.
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