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Seit dem Beginn der Betrachtung des menschlichen Alterns in der Antike und schon in den ersten wissenschaftlichen Arbeiten der Gerontologie wird Altern als Prozverstanden. Die wörtliche Übersetzung des Stammwortes aus dem Lateinischen deutet auf die deutschen Wörter Vorgang, Hergang, Ablauf, Verlauf, Verfahren und Geschehen hin, das Verb „procedere” wird gemeinhin mit „voranschreiten” übersetzt. Ziele dieses Voranschreitens oder dieses Prozesses werden zumindest im Wort „Prozβ” selbst nicht formuliert und schienen deshalb mit einer gewissen Beliebigkeit setzbar. Dies zeigt schon der erste Blick auf Ansatze einer Betrachtung des menschlichen Lebenslaufs von der Antike bis in unser Jahrhundert hinein, wenn etwa in verschiedenen Stufen- oder Phasenlehren das Alter qualitativ sehr unterschiedliche Gewichtungen und Einschätzungen erfährt. So z. B. bei Platon, bei dem das Alter eine eher positive Gesamtwertung erfährt, oder bei Aristoteles, der das Alter — als Lebensstufe — einer Krankheit verwandt sieht. Auffallend ist, daβ die Stufen- oder Phasenmodelle des Alterns über die Jahrhunderte hinweg zumeist die Dynamik eines Lebenslaufs in der relativ festgelegten Abfolge von Stufen oder Phasen betonten und damit dem Prozcharakter des menschlichen Lebenslaufs nicht den Raum zuwiesen, der ihm heute von der Entwicklungspsychologie zugesprochen wird. Dies trifft auch auf die Modelle von Bühler (1) und Moers (13) zu.
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