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Was ich im folgenden unternehme, ist ziemlich gewagt, wenn nicht gar unerlaubt: über respektable Zäune hinweg quer durch fremde Gärten zu streifen und allerlei zusammenzusuchen, was deren kundige Besteller in anderen Ordnungen kultivieren. Den Altphilologen in mir reizt zwar die Frage, die die Herausgeber ihm gestellt haben, dem Erziehungswissenschaftler aber machen die Weiterungen, in die sie führt, Skrupe.1 Diese hintanzustellen rät nur die Beobachtung, daß die hier thematisierte Frage, so naheliegend sie ist, doch selten gestellt und bearbeitet wird, wohl weil sie in die Fuge zwischen zwei Diskursen fällt: In der Tradition der Diskussion über Allgemeine Bildung spielt zwar Sprachbewußtsein und -kultivierung eine große Rolle, aber daß Funktionieren einer gemeinsamen Sprache in unserer Gesellschaft wird dabei selbstverständlich und unproblematisch vorausgesetzt; im Zusammenhang der Diskussion über interkulturelle Erziehung wiederum steht zunächst die Sorge im Zentrum, ob und wie Recht und Würde unterschiedlicher kultureller Bindungen und Orientierungen — auch der Sprachen — von Minoritäten gegenüber allzu verständlich dominanten Standards der Mehrheit — auch in der Sprache — gewahrt oder überhaupt erst durchgesetzt werden können. Ist es also möglich, die Fuge zu schließen?
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