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„Überprüfen Sie Ihre Agenda!“ Mit dieser Schlagzeile wandte sich Gregor Gysi, seinerzeit Vorsitzender der PDS Deutschlands, in einer Anzeigenkampagne zur Bundestagswahl 1994 an die Journalisten. Weiter heißt es, „der Journalist setzt die Themen, die ER für wichtig hält, auf die Tagesordnung. (.) Ungewollt (oder mit Vorsatz?) üben Sie so ein Diktat aus.“ (Gysi 1993, S. 93). Dieses Beispiel illustriert die schlimmsten Befürchtungen vieler politischer Machthaber angesichts der Tatsache, Journalisten könnten weniger als Transportarbeiter am Informationsfließband fungieren, sondern ihre Medienmacht zur gezielten Selektion von Themen und damit zur Manipulation ihres Publikums mißbrauchen. Zwar sehen Journalisten selbst, befragt nach ihren Aufgaben, die Beeinflussung der politischen Tagesordnung ausdrücklich nicht als eine ihrer zentralen Funktionen (vgl. Weischenberg et al. 1994, S. 161). Andererseits legen Fallanalysen nahe, die Medien weniger als unabhängige Instanz denn als „Agenten der Macht“ zu bezeichnen, die professionell inszenierte Thematisierungskampagnen von staatlichen Institutionen, Parteien und Interessengruppen in Berichterstattung umsetzen (vgl. z.B. Altschull 1989, S.228f.).
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