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„Berlin1 ist bekannt für seine Kreativszene. Im Bezirk Mitte reiht sich ein Designerladen an den nächsten“ (FAZ v. 09.07.2010). Die kreativen Nischen geraten in Not: ob die alternative Kunst-Szene Tacheles im ausgeweideten Kaufhaus, die Bar 25 im Niemandsland an der Spree oder der plötzliche Foto-Museums-Weltstar c/o Berlin im herrschaftlich-morbiden kaiserlichen Postfuhramt – ihre Existenz ist gefährdet durch ergiebigere Verwertungsideen für diese Immobilien (ND v. 30.06.2010). Die Karawane zieht weiter: Stadträumlich ähnlich interessante „locations“, ob hinter dem Ostkreuz, in Neukölln oder Wedding, werden zu neuen angesagten Standorten in der Stadt (SenWTF 2008: 123). Nicht ohne Folgen wiederum: Die Mieten steigen am schnellsten in Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Schöneberg (BZ v. 17.06.2010). Berlin – „arm aber sexy“ – ist im Blick ausländischer Immobilieninvestoren insbesondere hinsichtlich hochwertiger Wohnungen wie in Ku-Damm-Nähe oder Prenzlauer Berg bzw. in Luxus-Apartments wie zwischen Potsdamer Platz und Tiergarten. Townhouses und Baugruppen sind auf dem Vormarsch: Ganz neue Wohnformen bewusster, zahlungskräftiger Stadtnutzer füllen innerstädtische Brachen und Baulücken (taz v. 18.07.2010). Konflikte bleiben nicht aus: „Anwohner im Graefekiez fürchten Verdrängung“ (Tagesspiegel v. 01.07.2010). Er wird zum nachgefragten Wohngebiet mit steigenden Mieten und wachsendem Druck auf Alteingesessene. In Kreuzberg werden abgefackelte Autos zum Protest gegen „carloft“-luxusliving (SPIEGEL 2009: 34ff.). Pariser Platz, Bebelplatz, Gendarmenmarkt oder Siegessäule bilden begehrenswerte Kulissen privat organisierter Events der Mode- wie auch Konzert-Branche. Inzwischen wird die weitere Konzentration von – zudem öffentlicher – Kultur in der Mitte der Stadt beklagt (taz v. 18.07.2010). Derartige Schlaglichter hängen sehr eng mit der inneren Stadt zusammen: Sie illustrieren Reurbanisierung.
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