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Eine der best besuchten Abteilungen im National Museum of American History (Washington, D.C.) ist die „First Ladies Hall“. Sie hat ihre Anfänge in einer in den 1920er Jahren angelegten Sammlung historischer Kostüme, die zum festen Bestandteil des Museums wurde. Leben und Wirken der Ehefrauen der Präsidenten wurden damit selbstverständlicher Teil der musealen Repräsentation nationaler Geschichte. Traditionell ist die Aufgabe der Inhaberin des „höchste[n] Amt[es], in das man nicht gewählt werden kann“ (Pastusiak 1997, S. 7), das ‚intakte‘ Privat- bzw. Familienleben des jeweiligen Präsidenten zur Schau zu stellen. Die First Ladies waren und sind so gewissermaßen die andere Seite der von Richard Sennett beschriebenen „Intimisierung der Politik“, wie sie seit dem 19. Jahrhundert sich in westlichen Kulturen durchsetzen konnte. Damit scheint jedoch nur eine ihrer Funktionen beschrieben. Ein genauerer Blick auf die First Ladies im Kontext einer Repräsentation nationaler Geschichte lohnt sich. Das spezifisch us-amerikanisch erscheinende Phänomen verweist allgemein auf die strukturierende Bedeutung der Geschlechterdifferenz in der Repräsentation moderner Nationen und kann den Blick auf deren Veränderungen öffnen.
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