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Das Thema — so scheint es — ist klar formuliert; denn was mit Schule gemeint ist, bedarf in aller Regel nicht der weiteren Erläuterung: Es handelt sich um die öffentliche Einrichtung, die in entwickelten Gesellschaften etwa zwischen dem 6. und 16. Lebensjahr von alien Heranwachsenden pflichtgemäß besucht wird, und in der sich Lehrerinnen und Lehrer um die Bildung und Erziehung des gesellschaftlichen Nachwuchses bemühen. Diese Institution soll unter dem Aspekt der dort auftretenden Gewalt betrachtet werden. Dazu ist zunächst einmal festzustellen, dass die Institution Schule in Geschichte und Gegenwart zur Gewalt ein besonderes Verhältnis hat: Sie übt sie gegenüber den ihr anvertrauten Heranwachsenden relativ ungebrochen aus. Dies geschah und geschieht selbst in zivilisierten Ländern auch in körperlich-direkter Weise: Während es in westdeutschen Schulen den Lehrkräften noch etwa bis 1970 gestattet war, die Kinder zu schlagen, ist dies in vielen Staaten der USA bis heute erlaubt (vgl. Hyman 1996). In den meisten Schulen wird Gewalt gegenüber Schülerinnen und Schülern inzwischen jedoch weit diffiziler ausgeübt, etwa durch Bloßstellungen, Diskriminierungen oder auch Beleidigungen (vgl. Krumm/Weiss 2000). Allerdings gibt es auch heute noch eine erhebliche ‚Grauzone’, in der immer wieder körperliche Übergriffe von Lehrkräften gegenüber Schüler(innen) stattfinden (vgl. Wieviorka et al. 1999:148). Wenn im folgenden diese Perspektive — also die Gewalt, die von der Institution und ihren Vertretern ausgeht — nicht weiter verfolgt wird, so folgen wir damit der dominanten Diskussions- und Forschungsperspektive; denn in vielen Ländern richtet sich seit einigen Jahren der Blick fast ausnahmslos auf Schülergewalt.
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